
11.12.25 –
Heute fand die Abstimmung zu den Anträgen rund um Edeka und den neuen "Einzelhandelsstandort Nord" statt. Als Fraktion haben wir geschlossen gegen die vorgelegten Anträge auf der Tagesordnung gestimmt, die den Umzug des Edeka von der Ortsmitte an den Ortsrand besiegeln. Schlussendlich wurde mit 16 zu 15 bei zwei abwesenden Ratsmitgliedern für den Umzug gestimmt.
Zwar wurde in der Vergangenheit bereits lange beraten, dennoch sind wir überzeugt, dass eine Erweiterung am bestehenden Standort weiterhin möglich ist! Zudem hätte die im Raum stehende Bauanfrage von Meinardus bei der Molkerei – inklusive eines Drogeriemarkts im Ortskern – unseren Ort spürbar bereichert und aktiv gegen den Leerstand wirken können.
Gemeinsam mit SPD, BSW und Dirk Schröder haben wir daher beantragt, die Tagesordnungspunkte zurückzunehmen und erneut in eine ergebnisoffene Kommission zu gehen – unter Einbindung des Seniorenbeirats, der IHK, des HHW und weiterer relevanter Akteure. Unser Ziel: Eine faktenbasierte, zukunftsorientierte Entscheidung für unseren Ort.
Leider wurde auch dieser Antrag abgelehnt. Dabei wurden von uns eingebrachte Vorschläge nicht berücksichtigt.
Wir bleiben dennoch überzeugt: Eine Entscheidung mit so großer Bedeutung braucht Augenmaß, Beteiligung und die Bereitschaft, tragfähige Alternativen wirklich zu prüfen. Das hat in unseren Augen nicht stattgefunden. Unser Ratsmitglied Patrik Schönfeldt hat diese Position in seiner Rede zusammengefasst:
Sehr geehter Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren,
Als der Edeka an seinen aktuellen Standort gezogen ist, waren für eine kurze Zeit alle zufrieden. Dieser Zustand hielt nicht bei allen lange an: Mittlerweile wird länger über Erweiterungen nachgedacht als der Zustand vorher auch aus Sicht der Marktleitung als gut empfunden wurde. Damals wurde verpasst, Erweiterungsmöglichkeiten vor Ort mitzudenken.
Die nun vorliegende Planung hat zwar alte Wurzeln. Von den für das in der Begründung zitierte Konzept zur Einzelhandelsentwicklung von Lademann & Partner gezählten Geschäften existiert mehr als die Hälfte nicht mehr – nicht alle haben eine Nachfolge gefunden. Mögliche Alternativen und Auswirkungen werden aber kaum geprüft: Letzte Woche hat mich eine selbständige Bekannte mit eigenem Geschäft gefragt: „Wollt ihr im Rat dem Ortskern eigentlich seinen finalen Todesstoß geben?“. Ich denke nicht, dass irgendjemand hier das möchte.
Ich habe die Planungsunterlagen durchforstet: Prüfung anderer Standorte? Keine Informationen. Erweiterung in Richtung „Am Esch“? Aus unserer Sicht möglich, nicht erwogen. Nun besteht die Gefahr, dass wieder eine Änderung umgesetzt wird, die kurze Zeit später wieder zu Bedauern führt. Eine vorausschauende Planung damals hätte und jetzt viel Ärger erspart. Heute: Erweiterung der Schule? Steht nicht an. Erweiterung der Sportanlagen? Aktuell nicht geplant. Attraktivität des Ortskerns stärken? Keine Ahnung.
Zum einzigen eingehend untersuchten Konzept gibt es ablehnende Einwände vom Seniorenbeitrat, vom HHW, von der IHK. So, wie es aktuell um den Einzelhandel in Wiefelstede bestellt ist, kann es nicht weitergehen. Aber wir sollten uns hüten, jetzt etwas über das Knie zu brechen, das wir später bereuen.
Vielen Dank!
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