Grüne fragen nach Verwendung von Pflanzenschutzmitteln auf kreiseigenen Flächen

Die aktuelle Debatte um die starken Verluste an Insekten in der Natur und die europaweite Diskussion um Glyphosat, Neonikotinoide und andere Ackergifte hat die Grüne Kreistagsfraktion zum Anlass genommen, sich mit der Situation im Ammerland und insbesondere mit den kreiseigenen Flächen zu befassen.

Fraktionssprecher Georg Köster meint dazu: „Auf öffentlichen Flächen und in Privatgärten sollten keine umweltgefährlichen Pflanzenschutzmittel verwendet werden. In der Landwirtschaft brauchen wir eine sorgfältige unabhängige Erforschung der Umweltauswirkungen. Auch die konventionelle Landwirtschaft muss nachhaltig wirtschaften.“

„Sicherlich beeinträchtigt der massenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger die Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft. Aber solange wir es nicht geschafft haben, uns eine chemiefreie Landwirtschaft zu leisten, wird die Agrarindustrie weiterhin auf den Einsatz von Umweltgiften setzen“, gibt Hergen Erhardt, Sprecher für Umwelt- und Naturschutz, zu bedenken.

Die Grünen wollten nun von der Kreisverwaltung wissen, wie der Landkreis mit seinen eigenen Flächen umgeht. Welche Auflagen gibt es in Bezug auf Pestizideinsatz und Düngung? Mit der Antwort des Landrates ist die Grüne Kreistagsfraktion überaus zufrieden. Landrat Jörg Bensberg: „Insgesamt werden rd. 240 ha eigene Grünlandflächen des Landkreises an rd. 50 Landwirte verpachtet. Neben einer starken Düngebeschränkung gilt nach dem abgeschlossenen Bewirtschaftungsvertrag grundsätzlich ein Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Das Gleiche gilt für die rd. 150 ha Extensivierungsflächen im Landkreis, bei denen Landeigentümer vom Landkreis einen Zuschuss für die naturnahe Bewirtschaftung erhalten.“ Weiter hieß es aus dem Kreishaus, dass weder in kreiseigenen Gartenanlagen noch auf Nebenanlagen von Kreisstraßen und Radwegen Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Die Grünen loben ausdrücklich die vorbildlichen und zukunftsweisenden Einschränkungen auf den kreiseigenen Flächen.

„Naturnahe Landwirtschaft und Pestizideinsatz passen nicht zusammen. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass der Landkreis hier seiner Vorbildfunktion gerecht wird und klare Regeln setzt“, so Fraktionsmitglied Peter Meiwald, der 4 Jahre lang im Bundestag unter anderem für Chemikalienpolitik zuständig war. „Nur faire Preise für die Bauern werden auf die Dauer dazu führen können, dass in unserer Kulturlandschaft wieder umweltgerecht gewirtschaftet werden kann. Das aber ist dringend nötig – für die Artenvielfalt ebenso wie zum Schutz unserer Böden und unseres Grundwassers.“

Hergen Erhardt

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